{"id":10,"date":"2026-06-23T17:46:38","date_gmt":"2026-06-23T17:46:38","guid":{"rendered":"http:\/\/zollitsch.com\/ueber\/"},"modified":"2026-06-30T20:01:55","modified_gmt":"2026-06-30T20:01:55","slug":"ueber","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/zollitsch.com\/en\/ueber\/","title":{"rendered":"about me"},"content":{"rendered":"<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/zollitsch.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/bowen-recolor-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-141\" style=\"aspect-ratio:0.7499999849617719;width:390px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/zollitsch.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/bowen-recolor-768x1024.jpg 768w, https:\/\/zollitsch.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/bowen-recolor-225x300.jpg 225w, https:\/\/zollitsch.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/bowen-recolor-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/zollitsch.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/bowen-recolor-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/zollitsch.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/bowen-recolor.jpg 1719w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend meiner therapeutischen Ausbildung sagte eine Mitstudierende zu mir: &#8222;Du singst immer Dein eigenes Lied, das ist wunderbar!&#8220; Mir gef\u00e4llt dieses Bild als Beschreibung meines Lebens, denn es stimmt im \u00fcbertragenen Sinne als auch w\u00f6rtlich. Ich hatte das gro\u00dfe Gl\u00fcck und Privileg, dass ich von Kindheit an meinen eigenen Weg gehen konnte &#8211; und durfte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Kind reparierte ich leidenschaftlich gerne Dinge \u2014 nicht weil ich musste, sondern weil es mich faszinierte: ein kaputtes Ding, ein Problem, und irgendwo eine L\u00f6sung, die noch niemand gefunden hat. Wo professionelle Handwerker aufgaben, da fand ich einen anderen Weg \u2014 nicht weil ich besser war, sondern weil ich unbefangener war, und weil ich nicht aufgab. Weil ich keine Kategorie im Kopf hatte, die sagte: das macht man so, und nur so. Dieses Denken hat mich durch mein ganzes Leben begleitet, durch die Musik, durch die Kulturen, durch die Arbeit an mir selbst \u2014 und jetzt auch bei der Arbeit als Lebenstrainer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In jungen Jahren machte ich die Kompositionsaufnahmepr\u00fcfung an f\u00fcnf Musikhochschulen \u2014 und scheiterte \u00fcberall. Und dies war das Beste, was mir passieren konnte. Wer in kein System kommt, wird von keinem System geformt. Ich war frei: frei zu lernen, wo immer etwas zu lernen war. Frei, Dinge anders zu denken. Frei, meine eigene, v\u00f6llig unabh\u00e4ngige musikalische Srache zu entwickeln &#8211; und frei, damit dann sogar \u00e4u\u00dferst erfolgreich zu werden. Und letztendlich frei, einfach nur da zu sein. Und auch frei, da zu sein f\u00fcr andere. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgewachsen mit alpenl\u00e4ndischer Volksmusik war die Zither mein erstes Instrument. Fr\u00fch entdeckte ich dann meine Leidenschaft f\u00fcr die Musik des fr\u00fchen 20. Jahrhunderts \u2014 B\u00e9la Bart\u00f3k, Olivier Messiaen. Diese Spannung zwischen zeitgen\u00f6ssischer Komposition und Volksmusik hat mich nie losgelassen, und aus ihr entstand ein Stil, der in keine g\u00e4ngige Schublade passte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich studierte zuerst verschiedene F\u00e4cher in M\u00fcnchen, Freiburg und Belin \u2014 Musikwissenschaft, Soziologie, Musiktheorie. 1993 f\u00fchrte mich dann ein DAAD-Stipendium nach Shanghai um die klassische chinesische Zither Guqin zu studieren, bei Gong Yi, einem der bedeutendsten Guqin-Meister Chinas. Was ich dort lernte, ver\u00e4nderte mein Verst\u00e4ndnis von Musik grundlegend. Das Wesen chinesischer Musik liegt in der Linie, in der Bewegung von einer Note zur n\u00e4chsten. Das Wesen westlicher Musik liegt in der Harmonik, in der Struktur, in der Dramaturgie. Seitdem war meine Arbeit diese beiden Denkweisen miteinander ins Gespr\u00e4ch zu bringen \u2014 ohne die eine der anderen zu opfern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Shanghai lernte ich 1993 die mongolische S\u00e4ngerin Urna Chahar-Tugchi kennen und begann f\u00fcr sie zu komponieren. Wir zogen zur\u00fcck nach Deutschland, tourten durch Europa und nahmen Alben wie <em>Tal Nutag<\/em> und <em>H\u00f6d\u00f6\u00f6d<\/em> auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit 30 begann ich zu meditieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit 35 zog ich erneut nach China, diesmal nach Peking und lernte die S\u00e4ngerin Gong Linna kennen. Im Jahr 2010 ging dann die f\u00fcr sie geschriebene Komposition <em>\u5fd0\u5fd1 (Tan Te)<\/em> viral \u2014 ein hochvirtuoses St\u00fcck, das Stimmtechniken der chinesischen Oper in ein modernes Kammermusikkonzept \u00fcberf\u00fchrt. Es folgten Jahre gro\u00dfer Konzerts\u00e4le, vieler Fernsehauftritte und Vortr\u00e4ge, Shows und Interviews. Ich wurde nun in China ein bedeutender Wegbereiter einer neuen chinesischen Kunstmusik, und etablierte mich unter meinem chinesischen Namen \u8001\u9523 (Lao Luo). Prof. Zhong Zilin vom Zentralen Musikkonservatorium Peking schrieb: <em>\u201eDass Lao Luo als Ausl\u00e4nder mehr Gedanken in die Zukunft der chinesischen Musik investiert hat, dass seine Kompositionen die Seele Chinas beredter sprechen als die seiner chinesischen Kollegen \u2014 das ist eine gro\u00dfe Leistung.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was mich \u00fcber viele Jahre und bis heute besch\u00e4ftigt, ist die Vertonung klassischer chinesischer Lyrik. \u00dcber hundert Gedichte habe ich vertont \u2014 von Li Bai, Du Fu, Bai Juyi, Qu Yuan, Su Shi und anderen. Was mich dabei fasziniert, ist nicht das Historische, sondern das Lebendige: dass diese viele Jahrhunderte alten Texte etwas tragen, das noch immer unmittelbar ber\u00fchrt. Und es scheint, als h\u00e4tte ich bei diesen Vertonungen eine besondere Gabe. Wang Jiyan, Musikwissenschaftler an der Chinesischen Akademie der K\u00fcnste, schrieb einmal: <em>\u201eSeine Meisterschaft im Kunstlied ist au\u00dferordentlich hoch. Diese Erfassung des Wesens der klassischen chinesischen Poesie l\u00e4sst selbst viele akademische Komponisten im Inland besch\u00e4mt zur\u00fcck.&#8220;<\/em> Und Frank Kouwenhouven, Pr\u00e4sident der European Foundation for Chinese Music Research, formulierte es so: <em>\u201eLao Luo ist der Schubert der modernen Welt \u2014 ein genialer Erfinder herzerw\u00e4rmender Melodien und ein vollendeter Meister der Harmonie.&#8220;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mein Leben in China war aufregend und h\u00f6chst produktiv. Ich war ber\u00fchmt, richtig ber\u00fchmt &#8211; Menschen auf der Stra\u00dfe in China erkannten mich und sprachen mich an. Aber zu sehr war das Gesch\u00e4ftige und das Gek\u00fcnstelte, und nicht das Kunstvolle und Nat\u00fcrliche in dieser Welt gefragt. Und so zog ich mich vor einigen Jahren wieder bewusst aus diesem Leben zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Immer mehr r\u00fcckte f\u00fcr mich ein anderer Prozess ins Zentrum. Einer, der nicht mehr nach au\u00dfen f\u00fchrte. Intensive Arbeit an mir selbst \u2014 Dekonditionierungsprogramme aus dem Osho-Kontext (Primal, AFH), eine Ausbildung in fr\u00fchkindlicher Dekonditionierung. Mein Wandel war fundamental und ver\u00e4nderte mein Verst\u00e4ndnis von Leben und Freiheit grundlegend. Als ich dann selbst begann als Lebenstrainer zu arbeiten, entwickelte ich eine eigene Ausrichtung und ein eigenes System. Mein Fokus richtete sich auf Klarheit \u2014 nicht im Sinne von Gewissheit, sondern im Sinne von Bewusstsein. Im Zentrum steht dabei, das eigene Konditioniertsein zu erkennen, zu verstehen woher es kommt \u2014 und damit die F\u00e4higkeit zu gewinnen, es zu ver\u00e4ndern. Nicht Befreiung von sich selbst, sondern Bewusstsein von sich selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute bin ich als freier Lebenstrainer t\u00e4tig \u2014 und nach wie vor als Musiker und Komponist aktiv. <br>Das H\u00f6ren nach innen und das H\u00f6ren nach au\u00dfen. <br>Die Freiheit vom System und die Neugier auf alles.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend meiner therapeutischen Ausbildung sagte eine Mitstudierende zu mir: &#8222;Du singst immer Dein eigenes Lied, das ist wunderbar!&#8220; Mir gef\u00e4llt dieses Bild als Beschreibung meines Lebens, denn es stimmt im \u00fcbertragenen Sinne als auch w\u00f6rtlich. 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