Der Weg der Klarheit – ein Weg zum Ganzsein
Klarheit – jeder kennt das Wort. Aber was ist Klarheit eigentlich? Klarheit wird hier nicht verstanden als rein kognitiver Prozess, als ein Zustand des Geistes. Klarheit ist hier eine Metapher für einen Zustand, in dem man wirklich sieht, was ist – das eigene Leben, die eigene Situation, das eigene Sein. Ganzsein. Dieser Zustand lässt sich auf sehr unterschiedlichen Wegen erreichen, mit sehr unterschiedlichen Mitteln und Schwerpunkten.
Der Weg der Klarheit wendet sich in besonderem Maße an den Geist, den Verstand. Aber nur über den Verstand ist keine umfassende Klarheit möglich. Auch die Bewegung des Körpers, die Wahrnehmung mit allen Sinnen und Beruhigung aller Aktivität sind Teil des Weges der Klarheit.
Klarheit kann nicht übergeben oder übertragen werden. Klarheit kann nur von jedem Individuum persönlich erreicht werden. Doch gibt es Methoden, diesen Prozess von außen zu unterstützen. Denn auch wie man den Weg der Klarheit beschreitet kann man erlernen. Den Weg an sich aber muss man selbst erschaffen, jeder für sich.
Dabei ist es so wie auf jedem Weg: man ist nicht mit dem ersten Schritt am Ziel. Aber schon der erste Schritt kann einen ein Stück weit aus dem Nebel herausführen. Manchmal mag man das selbst noch gar nicht recht wahrnehmen. Aber wenn man dann tatsächlich aus dem Nebel getreten ist, wenn mehr und mehr Klarheit einen umgibt, einen durchdringt, dann kann man auch sehen, welche Schritte tatsächlich schon in diese Richtung führten.
Ich arbeite mit Menschen in allen Lebenssituationen und jeder ist eingeladen, bei mir anzufragen – wir können gemeinsam erörtern, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Insbesondere richtet sich meine Arbeit an Frauen in schwierigen Lebenssituationen:
- an Frauen, die von Gewalt (vor allem Partnerschaftsgewalt) betroffen sind
- an Frauen, die unter starker Selbstkritik oder chronischem Schuldgefühl leiden
- an Frauen, die in Beziehungsmustern feststecken, die sie erschöpfen
- an Frauen, die Trennungen oder Scheidungen durchleben oder verarbeiten
- an Frauen, die den Verlust eines nahestehenden Menschen tragen
- an Frauen, die Missbrauch – körperlicher, emotionaler oder sexueller Art – erfahren haben
Was ich tue, und das tue ich gut: ich vermittle das Wissen über den Weg der Klarheit. Dies geschieht mit von mir entwickelten Mitteln und Übungen auf Basis verschiedener Methoden, darunter kognitive Schulung, gestalttherapeutische Ansätze, Atemübungen und körperenergetische Arbeit. Kein Heilsversprechen. Kein Beratungsauftrag. Sondern Begleitung auf einem Weg, den jeder selbst geht.
Das Training des Geistes
Jeder kennt das: in einem Moment hat man (scheinbar) völlige Klarheit über ein bestimmtes Problem. Man weiß jetzt ganz genau, wie es ist, was man zu tun hat, wer an was die Verantwortung trägt. Kurz gesagt, man ist sich absolut sicher. Und schon wenige Augenblicke später ist diese Klarheit wieder wie weggewischt. Ein anderer Gedanke, eine irritierende Frage – und weg ist die Klarheit.
Wie verlässlich also ist das eigentlich mit dem Geist und der Klarheit, die man mit ihm erlangen kann?
Aschenputtel hatte die Aufgabe, die guten und schlechten Linsen voneinander zu trennen. Nun kann man, wenn man in eine Schüssel mit Linsen schaut, durchaus sehen, welches die guten und welches die schlechten Linsen sind. Und für einen kurzen Moment hat man dann die Klarheit darüber. Doch schaut man nur einmal weg, um dann wieder zurückzublicken in die Schüssel mit Linsen, dann beginnt die Suche und das Aussortieren mit den Augen von Neuem. Wenn aber die Linsen in verschiedene Schüsseln gelegt werden, dann können sie sich nicht mehr ohne Zutun vermischen – dann herrscht Klarheit.
Mit Gedanken ist das nicht so einfach. Der Geist hat keine Schüsseln.
Wie sortiert man die Schuldzuweisungen, die Zweifel, die Verletzungen?
Das Problem ist, dass wir in unserem Geist in der Regel nicht solche Gefäße haben, in denen wir die Gedankenlinsen sortieren können. Sie bleiben zumeist in der gleichen Gedankenschüssel – und sind, auch wenn wir sie gerade wunderbar sortiert haben, beim kleinsten Durchrütteln wieder völlig durcheinander. Und so sieht das aus, dieses Durchrütteln: „Ja, ich verstehe schon, das habe ich irgendwie falsch gemacht. Aber das war ja nur, weil …“. Ganz egal, was für eine Begründung nach dem „aber“ kommt – schon sind die Linsen wieder vermischt. Und so kommt es, dass wir immer wieder vor dem gleichen Problem stehen, dass unser Geist immer wieder um die gleichen Fragen kreist, dass wir immer zweifeln an unseren Entscheidungen, dass wir zögern zu handeln, dass wir uns immer wieder gescheitert fühlen.
Wir können unseren Geist trainieren. Wir können lernen, in ihm Schüsseln zu erschaffen – und jene Momente zu erkennen, in denen alles wieder durcheinandergerät. Die bewusste Arbeit mit dem Geist ist ein wesentlicher Bestandteil der Klarheitsarbeit. Gerade für Menschen, die häufig in Gedankenschleifen gefangen sind, die zum Grübeln neigen, die sich die Welt logisch erschließen wollen – für diese Menschen ist ein wirklich produktiver Umgang mit dem Geist höchst erstrebenswert. Auf dieser Basis ist Klarheit dann deutlich einfacher zu erreichen.
Aber Achtung ist geboten. Wenn die sorgsame Arbeit mit dem Geist nicht in ein Ganzes eingebunden ist, dann bleiben viele Geisteserkenntnisse ohne tatsächliche Anbindung an das Lebendige.